Der 12. Todestag von Lady Di zog medial eher unbeachtet an uns vorbei. Lediglich Super RTL, bei vielen irgendwo hinter Programmplatz 60 versteckt, sendete zwei veraltete RTL-Dokus über die Todesnacht und das Verhältnis zu ihren Söhnen. Auch Michael Jackson hat sich doch eigentlich schon vor 12 Jahren mit dem Ende seiner letzten Welttournee von seinen Fans verabschiedet. Die Frage ist, wer bleibt? Madonna? Spätestens nach ihrem Schwächeanfall in Budapest ist eines klar: Die Welt wartet auf neue Stars. Superstars. Ikonen. Mary Beth Patterson alias Beth Ditto, aufgewachsen in einem Trailer Park in Searcy, Arkansas, könnte diese Lücke füllen. Seit ihrem Auftritt bei TV Total, der in seiner einprägsamen Wucht stark an die Auftritte der jungen Bette Midler in Johnny Carsons Tonight Show erinnert, ist sie auch hierzuland in aller Munde. Lagerfeld adelte sie bereits, indem er formulierte, sie habe das, was viele Models nicht haben, nämlich Persönlichkeit. Die 28-jährige Sängerin der Band Gossip gibt sich formidable. Sie wird als der neue Liebling der Modewelt bezeichnet, lebt offen lesbisch und engagiert sich für die LGBT-Bewegung. Ihr neuester Song, Heavy Cross, hat das Potenzial, zu ihrem Markenzeichen zu werden, ähnlich wie The Rose für Bette Midler oder I Got You Babe für Cher.
Ein ganz besonderes Gefängnis gibt es auf der Philippineninsel Cebu. Nach einem Bericht der Financial Times Deutschland vom 15.02.2008 treten jeden Tag 1500 Häftlinge in Turnschuhen und Overalls auf einem Betonplatz an und tanzen dort nach aufwendigen Choreografien zu Popsongs aus den 1980er Jahren. Bei „Thriller“ von Michael Jackson zum Beispiel wanken die Knasttänzer zunächst wie Zombies umher. Als der Beat einsetzt, lassen die Tänzer ihre Arme im Takt schlackern, zucken mit dem Kopf, stampfen synchron mit den Beinen – die Darbietung steht dem echten Michael-Jackson-Video in nichts nach; die knallorangen Uniformen mit einem großen P für Prisoner drauf kommen als schriller optischer Effekt noch hinzu. Auch bei „I Will Follow Him“ aus dem Soundtrack von „Sister Act“ haben die Knackis mit Nonnenhäubchen einen Heidenspaß, und zu „Jump“ von den Pointer Sisters hüpft die orangefarbene Masse in bester Studio 54-Manier über den grauen Gefängnishof. Es ist eine Riesenshow – und das an einem Ort, der nach normalem Ermessen gefährlich und freudlos sein sollte: in einem Knast auf den Philippinen.