Ein ganz besonderes Gefängnis gibt es auf der Philippineninsel Cebu. Nach einem Bericht der Financial Times Deutschland vom 15.02.2008 treten jeden Tag 1500 Häftlinge in Turnschuhen und Overalls auf einem Betonplatz an und tanzen dort nach aufwendigen Choreografien zu Popsongs aus den 1980er Jahren. Bei „Thriller“ von Michael Jackson zum Beispiel wanken die Knasttänzer zunächst wie Zombies umher. Als der Beat einsetzt, lassen die Tänzer ihre Arme im Takt schlackern, zucken mit dem Kopf, stampfen synchron mit den Beinen – die Darbietung steht dem echten Michael-Jackson-Video in nichts nach; die knallorangen Uniformen mit einem großen P für Prisoner drauf kommen als schriller optischer Effekt noch hinzu. Auch bei „I Will Follow Him“ aus dem Soundtrack von „Sister Act“ haben die Knackis mit Nonnenhäubchen einen Heidenspaß, und zu „Jump“ von den Pointer Sisters hüpft die orangefarbene Masse in bester Studio 54-Manier über den grauen Gefängnishof. Es ist eine Riesenshow – und das an einem Ort, der nach normalem Ermessen gefährlich und freudlos sein sollte: in einem Knast auf den Philippinen.
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